Der Winter ist kein Grund, die Stöcke zu Hause zu lassen. Gerade auf glattem, unebenem Boden bist du froh, zwei zusätzliche Stützpunkte in den Händen zu haben. Damit es angenehm bleibt, helfen ein paar kleine Anpassungen, und keine davon kostet viel. Und wir sagen: Der Winter ist die schönste Zeit für Nordic Walking: die Stille, Frost in der Luft und Wege, die im Sommer niemand sieht.

Kurz gesagt
- Zwei dünne Schichten statt einer dicken Jacke, Handschuhe, in denen du den Stock spürst, eine Mütze über den Ohren.
- Auf Eis und festgetretenem Schnee eine Metallspitze mit Stiften oder Zacken, das Pad in die Tasche. Teller für tiefen Schnee.
- Verkürze den Schritt, rechne mit früherer Dämmerung, nimm das Handy mit und sag, wohin du gehst. Am besten zu zweit.
- Zwei bis drei Runden pro Woche zu 20 bis 40 Minuten genügen.
Was du anziehst
Probier zwei dünne Schichten statt einer dicken Jacke. Wenn dir warm wird, ziehst du eine aus, und deine Arme bewegen sich weiter frei. Genau das ist beim Gehen mit Stöcken entscheidend: Eine sperrige Jacke, die das Schwingen der Arme behindert, nimmt dir die halbe Freude an der Bewegung.
Wähle Handschuhe, in denen du den Stock und die Schlaufe spürst. Wenn du darin den Griff nicht lockern kannst, sind sie für Nordic Walking zu dick. Und eine Mütze, die auch die Ohren bedeckt, hat schon manche Runde gerettet. Ein Schal um den Hals und Ersatzhandschuhe in der Tasche sind nützlicher, als man denkt.
Spitzen und Pads
Gummipads sind auf Asphalt ideal, aber auf Eis und festgetretenem Schnee rutschen sie. Dort gehört eine Metallspitze hin, am besten mit deutlichen Zacken oder Stiften, die sich in den Untergrund beißt. Neue Stöcke brauchst du dafür nicht: Die meisten guten Stöcke werden mit Pads und Spitzen geliefert, du ziehst das Pad also einfach ab und steckst es in die Tasche. Zurück auf dem Gehweg setzt du es wieder auf.
Für tieferen Schnee helfen Teller, breite Scheiben knapp über der Spitze, die verhindern, dass der Stock einsinkt. Für Eis gibt es auch spezielle Traktionsspitzen, die anstelle der gewöhnlichen aufgeschraubt werden. Mehr dazu im Artikel Spitzen und Pads.
Ein Hinweis: Eine scharfe Spitze bleibt gern im nassen Matsch stecken, und im Winter, wenn sich Schnee und matschige Wege abwechseln, passiert das. Nichts Dramatisches, rechne einfach damit.


Damit die Runde gut endet
- Auf Glatteis den Schritt verkürzen und langsamer gehen. Die Stöcke helfen, ersetzen aber keine Vorsicht.
- Mit früherer Dämmerung rechnen. Ein reflektierendes Element an Jacke oder Rucksack ist eine einfache Absicherung.
- Handy mitnehmen und jemandem sagen, wohin du gehst. Noch besser: zu zweit oder mit einer Gruppe gehen.
- Auch im Winter trinken. Viele vergessen im Frost, dass sie genauso schwitzen wie im Sommer.
Wie lange und wie oft
Der Winter ist eine gute Zeit für kürzere, ruhigere Runden. Für Anfänger werden zwei bis drei Runden pro Woche von 20 bis 40 Minuten im ruhigen Tempo empfohlen, und im Winter gilt das doppelt. Jage nicht der Uhr nach, Hauptsache, du hast auch beim nächsten Mal Lust, rauszugehen. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Länge.
Der Winterzauber
Ein Winterspaziergang hat seinen eigenen Zauber: die Stille, Frost in der Luft, Schnee, der unter den Schuhen knirscht, und hinterher ein heißer Tee, der anders schmeckt als im Sommer. Es lohnt sich, loszugehen, auch wenn das Sofa ruft. Am schwersten ist meist der Weg bis zur Tür. Danach läuft es von allein.
Gehst du auch im Winter? Schreib uns im Forum, welche Schichten und Spitzen sich bei dir bewährt haben. Deine Erfahrung ist mehr wert als jeder Ratschlag aus einer Anleitung.
Häufige Fragen
**Kann ich im Winter mit Stöcken auf Eis gehen?** Ja, mit einer Metallspitze, am besten mit Stiften oder Zacken. Verkürze den Schritt und geh langsamer. Stöcke sind eine Stütze, aber keine Garantie.
**Wie ziehe ich mich bei minus zehn an?** Zwei dünne Schichten und eine Mütze. Handschuhe, in denen du den Stock spürst. Wenn es richtig bitterkalt ist, wähle eine kürzere Runde und Bewegung, bei der du dich aufwärmst.
**Ist Nordic Walking im Winter sicher?** Bei vernünftigem Vorgehen ja. Am riskantesten sind Eis und Dämmerung. Ein reflektierendes Element, ein Handy und zu zweit zu gehen senken das Risiko.
**Soll ich trinken, wenn es kalt ist?** Ja. Im Frost schwitzt man genauso wie im Sommer, man merkt es nur nicht. Ein kleiner Schluck Warmes aus der Thermoskanne wirkt Wunder.
Was du zu Hause lassen kannst
Am meisten bremst dich unterwegs, was du „zur Sicherheit“ mitnimmst. Eine schwere Thermoskanne, fünf zusätzliche Schichten und zwei Paar Ersatzhandschuhe machen dich zu jemandem, der nicht losgeht, weil es zu kompliziert ist. Nimm nur das, was du wirklich brauchst: eine dünne zusätzliche Schicht, Handschuhe, ein Handy und etwas Warmes zu trinken. Den Rest lass zu Hause und geh los.
Eine Winterrunde muss nicht lang sein: Eine halbe Stunde nach der Arbeit genügt, und wegen der Dunkelheit kommst du ohnehin nicht weit. Vor allem soll es keine Pflicht werden.

Text: Kompas.



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