Du kennst es von Spaziergängen oder von jemandem aus der Familie: Nach ein paar hundert Metern fangen die Waden an zu schmerzen, man bleibt stehen, ruht sich aus und geht weiter. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK, ist das das typische Bild. Der Goldstandard ist ein angeleitetes Trainingsprogramm, aber das gibt es nicht überall. Was, wenn du weit von einem Trainingszentrum entfernt wohnst?

Was die Metaanalyse von 2025 herausfand
Die Autoren fassten 8 Studien mit 508 Patienten zusammen und schauten, wie Nordic Walking im Vergleich zu angeleitetem Training abschneidet.
- Bei der maximalen Gehstrecke unterschied sich angeleitetes Nordic Walking nicht von angeleitetem Training.
- Bei der Strecke bis zum ersten Schmerz auch nicht.
- Bei der Dauer, die die Leute durchhielten, war angeleitetes Training besser (SMD −0,41). Das ist ein mittlerer Unterschied.
Die Autoren schließen, dass Nordic Walking eine brauchbare Möglichkeit ist, wenn angeleitetes Training nicht verfügbar ist.
Wie man es liest
Nordic Walking gewinnt hier nicht, muss es aber auch nicht. Für jemanden, der weit von einem Trainingszentrum entfernt lebt, ist „fast genauso gut zu Hause“ eine große Sache. Es kommt darauf an, dass Bewegung überhaupt und regelmäßig stattfindet. Gehen mit Stöcken geht vor dem Haus, im Park, auf dem Weg, und braucht außer den Stöcken keine Ausrüstung.
Interessant ist auch, dass die Leute in den angeleiteten Gruppen länger durchhielten. Offenbar spielt es eine Rolle, dass jemand sie anleitet und im Blick hat. Wenn du allein mit Stöcken gehst, versuch, eine Gruppe oder einen Freund zu finden. Wer mit jemandem trainiert, gibt meist nicht so schnell auf.
Was wir noch nicht wissen
Zwei weitere Studien flossen nicht in die Berechnung ein, weil ihre Vergleichsgruppen anders waren und sich die Ergebnisse nicht mit den anderen zusammenrechnen ließen. Mehr Studien und längere Beobachtung wären gut.
Kennst du diesen Schmerz in den Waden und gehst du mit Stöcken? Schreib uns im Forum, wie das Gehen läuft und was dir hilft.
Falls dir „SMD −0,41“ nichts sagt: Das ist eine standardisierte Mittelwertdifferenz, eine Zahl, mit der sich Studien vergleichen lassen, die etwas unterschiedlich gemessen haben. Werte um 0,2 gelten meist als kleiner Unterschied, um 0,5 als mittlerer und um 0,8 als großer. Unsere −0,41 liegt zwischen klein und mittel, und das Minus bedeutet, dass das angeleitete Training besser war. Kein riesiger Abstand, aber auch nicht zu vernachlässigen.

Text: Kompas.



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