Du kennst es von Spaziergängen oder von jemandem aus der Familie: Nach ein paar hundert Metern fangen die Waden an zu schmerzen, man bleibt stehen, ruht sich aus und geht weiter. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK, ist das das typische Bild. Der Goldstandard ist ein angeleitetes Trainingsprogramm, aber das gibt es nicht überall. Was, wenn du weit von einem Trainingszentrum entfernt wohnst?
Was die Metaanalyse von 2025 herausfand
Die Autoren fassten 8 Studien mit 508 Patienten zusammen und schauten, wie Nordic Walking im Vergleich zu angeleitetem Training abschneidet.
Bei der maximalen Gehstrecke unterschied sich angeleitetes Nordic Walking nicht von angeleitetem Training.
Bei der Strecke bis zum ersten Schmerz auch nicht.
Bei der Dauer, die die Leute durchhielten, war angeleitetes Training besser (SMD −0,41). Das ist ein mittlerer Unterschied.
Die Autoren schließen, dass Nordic Walking eine brauchbare Möglichkeit ist, wenn angeleitetes Training nicht verfügbar ist.
Wie man es liest
Nordic Walking gewinnt hier nicht, muss es aber auch nicht. Für jemanden, der weit von einem Trainingszentrum entfernt lebt, ist „fast genauso gut zu Hause“ eine große Sache. Es kommt darauf an, dass Bewegung überhaupt und regelmäßig stattfindet. Gehen mit Stöcken geht vor dem Haus, im Park, auf dem Weg, und braucht außer den Stöcken keine Ausrüstung.
Interessant ist auch, dass die Leute in den angeleiteten Gruppen länger durchhielten. Offenbar spielt es eine Rolle, dass jemand sie anleitet und im Blick hat. Wenn du allein mit Stöcken gehst, versuch, eine Gruppe oder einen Freund zu finden. Wer mit jemandem trainiert, gibt meist nicht so schnell auf.
Was wir noch nicht wissen
Zwei weitere Studien flossen nicht in die Berechnung ein, weil ihre Vergleichsgruppen anders waren und sich die Ergebnisse nicht mit den anderen zusammenrechnen ließen. Mehr Studien und längere Beobachtung wären gut.
Kennst du diesen Schmerz in den Waden und gehst du mit Stöcken? Schreib uns im Forum, wie das Gehen läuft und was dir hilft.
Falls dir „SMD −0,41“ nichts sagt: Das ist eine standardisierte Mittelwertdifferenz, eine Zahl, mit der sich Studien vergleichen lassen, die etwas unterschiedlich gemessen haben. Werte um 0,2 gelten meist als kleiner Unterschied, um 0,5 als mittlerer und um 0,8 als großer. Unsere −0,41 liegt zwischen klein und mittel, und das Minus bedeutet, dass das angeleitete Training besser war. Kein riesiger Abstand, aber auch nicht zu vernachlässigen.
Wie viel mehr verbraucht der Körper beim Gehen mit Stöcken? Frag drei Leute, und du bekommst drei Zahlen. Und in verschiedenen Arbeiten findest du ebenfalls verschiedene Zahlen. Niemand lügt, die Studien unterscheiden sich nur. Schauen wir, wie man sich darin zurechtfindet, damit man sich weder von Begeisterung noch von Skepsis täuschen lässt und damit du antworten kannst, wenn dich jemand fragt, wie viel es wirklich ist.
Kurz gesagt
Mit Stöcken wird mehr Energie verbraucht, aber wie viel, hängt davon ab, wer untersucht und wie gemessen wurde: Die Zahlen in den Studien reichen von etwa 12 bis 37 %.
Die Mitte der Spanne ist etwa ein Fünftel mehr. „Ein Fünftel mehr“ ist nicht erfunden, aber auch kein Versprechen für dich.
Je mehr Zahlen derselben Art du siehst, desto besser: Übersichten sind wertvoller als eine einzelne Studie.
Du kannst es selbst messen: Puls auf derselben Strecke mit und ohne Stöcke.
Beispiele aus dem, was wir gelesen haben
Eine Crossover-Studie von 2021: Sauerstoffaufnahme um 15,8 % höher, bei 15 jungen Männern auf dem Laufband, auf dem die Geschwindigkeit allmählich von 3 auf 5 km/h und die Steigung von null auf sieben Prozent stieg.
Eine Übersichtsarbeit zitiert andere Studien: ein Anstieg um 12 %, um 22,3 % und um 37 %. In einer war der Energieverbrauch um 23,5 % höher.
Eine systematische Übersicht von 2013 fasste 16 randomisierte Studien mit 1.062 Patienten und 11 Beobachtungsstudien mit 831 Patienten zusammen. Sie fand, dass Nordic Walking bei Herzfrequenz, Sauerstoffaufnahme und Lebensqualität besser ist als zügiges Gehen ohne Stöcke und bei manchen Messwerten sogar besser als Joggen.
Die Zahlen reichen also von einem Zehntel bis zu einem Drittel, und jede ist wahr. Sie sagt nur etwas anderes, weil sie unter anderen Bedingungen entstand.
Wonach man bei jeder Zahl fragen sollte
Wer wurde untersucht? Junge Männer auf dem Band sind etwas anderes als eine Sechzigjährige im Wald.
Wie schnell gingen sie, und wie lange? Bei höherem Tempo ist der Unterschied ein anderer.
Welche Technik benutzten sie? Die Technik kann das Ergebnis beeinflussen.
Wie war das Design? Eine randomisierte Studie ist verlässlicher als eine einzelne Messung.
Wie groß war die Stichprobe? Fünfzehn Leute sind wenig.
Wie ist die Qualität? Eine Übersicht biomechanischer Arbeiten hatte eine mittlere Qualität von 5,5 von 10.
Wenn du das nächste Mal eine Zahl auf einer Verpackung, in einer Werbung oder in den Nachrichten siehst, stell dir diese Fragen. Die meisten Zahlen enthalten darauf keine Antwort, und dann ist es gut, die Zahl als grobe Orientierung zu nehmen.
Warum die Zahlen sich unterscheiden
Hinter den Unterschieden stehen mehrere Dinge gleichzeitig. Eines ist die Technik: Wer sich mit den Stöcken abdrückt, verbraucht mehr als wer sie hinter sich herzieht. Ein anderes ist das Tempo, denn bei langsamem Gehen verwischt der Unterschied und bei zügigem wächst er. Ein weiteres ist das Gelände: Am Hang arbeiten die Stöcke anders als auf der Ebene, und wer Nordic Walking auf dem Laufband probierte, bekam eine andere Zahl als der im Wald. Und schließlich sind da die Menschen: Fünfzehn junge Männer verhalten sich anders als eine Gruppe Sechzigjähriger.
Was du daraus mitnehmen kannst
„Ein Fünftel mehr“ ist die Mitte einer breiten Spanne von etwa einem Zehntel bis zu einem Drittel. Es ist eine ehrliche Zusammenfassung, kein Versprechen für eine bestimmte Person. Du hast deine eigene Technik, dein eigenes Tempo und dein eigenes Gelände, und deshalb wird deine Zahl anders sein. Wichtig ist, dass die Richtung klar ist: Mit Stöcken arbeitet man mehr.
Eine gute Regel: Je mehr Zahlen derselben Art du siehst, desto besser. Eine Zahl kann ein glücklicher Zufall sein, zehn Zahlen ergeben ein Bild. Deshalb sind Übersichten wertvoller als eine einzelne Studie, und deshalb ist es besser, einer Spanne zu trauen als einer einzelnen Zahl.
Hast du schon einmal selbst etwas gemessen? Zum Beispiel deinen Puls auf derselben Strecke mit und ohne Stöcke? Schreib uns im Forum, was du herausgefunden hast.
Häufige Fragen
**Welche Zahl ist „die richtige“?** Keine einzelne. Richtig ist die Spanne, nicht eine Zahl. Nach Studien verbrennst du mit Stöcken etwa ein Zehntel bis ein Drittel mehr, und deine Zahl hängt von Tempo, Technik und Gelände ab.
**Wie kann ich es selbst messen?** Am einfachsten ist der Puls. Geh dieselbe Strecke mit und ohne Stöcke, mit gleicher Geschwindigkeit, und schau auf die Uhr. Der Unterschied zeigt, was Stöcke mit deinem Herzen machen. Wenn du genauere Werte willst, braucht es Labormessungen.
**Warum kann man den Zahlen auf Stockverpackungen nicht trauen?** Sie können wahr sein, sind aber unter anderen Bedingungen entstanden als deinen. Frag, wer untersucht wurde, wie schnell er ging und wie lange. Wenn der Hersteller nicht antwortet, nimm die Zahl als Werbung.
**Heißt das, dass Stöcke nichts bewirken?** Nein. Es heißt, dass die Spanne breit ist und dass sich Zahlen nicht auf Einzelne übertragen lassen. Die Richtung ist klar: Mit Stöcken arbeitet man mehr.
Drei Dinge zum Merken
Erstens: Eine Zahl ohne Bedingungen ist nur Werbung. Zweitens: Eine Spanne ist ehrlicher als eine einzelne Zahl. Drittens: Der beste Maßstab ist der, den du dir selbst machst, auf deiner Strecke, mit deinem Puls und deinem Gefühl. Diese drei Regeln ersparen dir viel unnötiges Hin und Her.
Oft heißt es, Nordic Walking stärke die Knochen und beuge Stürzen vor. Das klingt logisch: Es ist Bewegung mit Körpergewicht, und Stöcke geben zusätzlich Sicherheit. Aber Logik ist kein Beweis. Was sagen die Studien? Die ehrliche Antwort ist nicht das, was sich ein Stockverkäufer wünschen würde: Über Knochen wissen wir praktisch nichts, über Beweglichkeit etwas mehr. Und das sagen wir gleich offen.
Kurz gesagt
Von 13 Studien handelten nur drei von Nordic Walking, und die meisten hatten ein hohes Risiko für Verzerrung.
Der „Timed up and go“-Test kann sich verbessern, aber die Sicherheit ist sehr niedrig. Zu Knochen und Brüchen gab es nicht genug Daten.
„Nordic Walking schützt vor Knochenbrüchen“ hat keine Grundlage. Das heißt nicht, dass es nicht wirkt, nur dass es noch niemand ordentlich überprüft hat.
Kombinierte Programme mit Gehen schnitten besser ab als Gehen allein: Geh, aber nimm Gleichgewichts- und Krafttraining dazu.
Was die Übersicht gemacht hat
Die Autoren suchten randomisierte Studien bei Menschen ab 50 mit niedriger Knochendichte und erhöhtem Risiko für Knochenbrüche. Sie fanden 13: neun kombinierte Programme mit Gehen, eine zum Gehen allein und nur drei Studien zu Nordic Walking. Genau diese drei sind für unser Thema am wichtigsten, und es sind wenige.
Was sie fand
Nordic Walking kann den „Timed up and go“-Test verbessern (um 1,39 s), aber die Sicherheit dieses Ergebnisses ist sehr niedrig. Bei dem Test steht eine Person von einem Stuhl auf, geht ein paar Meter, dreht sich um und setzt sich wieder, und die Zeit wird gemessen.
Kombinierte Programme mit Gehen verbesserten den Sechs-Minuten-Gehtest um 39 Meter und, um ein winziges Stück, die Knochendichte in der Lendenwirbelsäule, aber die Belege sind schwach.
Die Knochendichte am Schenkelhals und die Lebensqualität veränderten sich nicht wesentlich.
Zu Brüchen, Stürzen und Sterblichkeit gab es nicht genug Daten.
Die meisten Studien hatten ein hohes Risiko für Verzerrung.
Risiko für Verzerrung bedeutet, dass die Art, wie die Studie durchgeführt wurde, das Ergebnis beeinflusst haben könnte. Zum Beispiel, dass Teilnehmer und Beobachter wussten, wer mit Stöcken trainierte. Solche Ergebnisse nimmt man deshalb mit Vorbehalt.
Was daraus folgt
Die ehrliche Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Die Aussage „Nordic Walking schützt vor Knochenbrüchen“ hat keine Grundlage, denn drei Studien reichen für eine solche Frage einfach nicht. Das heißt nicht, dass es nicht wirkt. Es heißt, dass es noch niemand ordentlich überprüft hat. Die Autoren empfehlen, Gehen mit weiterem Training zu kombinieren, weil kombinierte Programme bei einigen Messwerten besser abschnitten als Gehen allein.
Je weniger Studien und Menschen, desto leichter können Ergebnisse nur durch Zufall schön ausfallen. Deshalb sprechen die Autoren von sehr niedriger Sicherheit und wollen aus drei Studien keine großen Aussagen machen. Wenn größere Studien kommen, kann sich die Antwort in beide Richtungen ändern: Nordic Walking kann besser, aber auch schlechter abschneiden, als wir erwartet haben.
Praktisch
Wenn du Angst vor Stürzen hast, nimm neben dem Gehen auch Gleichgewichts- und Krafttraining dazu. Stöcke geben dir beim Gehen Sicherheit, ersetzen aber nicht, Beine und Muskeln in Form zu halten. Vorerst gilt also der schlichte Rat: Geh, weil es dir Spaß macht und guttut, nicht weil dir jemand starke Knochen versprochen hat.
Hast du die Erfahrung gemacht, dass dir Stöcke helfen, das Gleichgewicht zu halten, etwa auf rutschigem Boden? Schreib uns im Forum. Einzelne Erfahrungen ersetzen keine Studien, aber sie helfen zu wissen, wohin man schauen muss.
Häufige Fragen
**Ich habe eine niedrige Knochendichte. Soll ich Stöcke ausprobieren?** Die Übersicht deutet hier mild positiv: Nordic Walking kann den „Timed up and go“-Test verbessern, der eine funktionelle Leistung ist, nicht die Knochen. Beachte, was die Übersicht gemessen hat: die Funktion, also wie sich ein Mensch bewegt, nicht die Festigkeit der Knochen.
**Ist Gehen besser oder Krafttraining?** Die Übersicht sagt, dass kombinierte Programme bei einigen Messwerten besser abschnitten als Gehen allein. Probiere beides: Gehen für die Fitness, Krafttraining für die Muskeln.
**Wie ist es mit Stürzen?** Stöcke geben dir beim Gehen Sicherheit, aber sie verbessern das statische Gleichgewicht nicht. Übe das Gleichgewicht separat, zum Beispiel im Stand auf einem Bein neben einer festen Stütze.
**Was ist „sehr niedrige Sicherheit“?** Das ist der Fachausdruck dafür, dass das Ergebnis anders ausfallen kann, wenn weitere Studien kommen. Es ist nichts Schlechtes, nur Ehrlichkeit: Die Autoren wollen sich nicht auf eine Aussage festlegen, die sie nicht belegen können.
Was du schon jetzt tun kannst
Die gute Nachricht ist, dass du an der Funktion, also daran, wie du dich bewegst, schon heute arbeiten kannst. Geh regelmäßig, nimm einmal pro Woche Gleichgewichts- und Krafttraining dazu und versuche, ohne Hilfe der Hände vom Stuhl aufzustehen. Genau solche Dinge maß der „Timed up and go“-Test. Knochen und Stürze sind ein Thema, für das wir noch nicht genug Belege haben, aber deine Beweglichkeit verbessert sich durch Arbeit, nicht durch eine Übersicht.
Wer ist zum ersten Mal mit Skistöcken auf Asphalt losgezogen? Man könnte einen Namen und ein Datum erwarten. Die Wahrheit ist interessanter: Niemand hat Nordic Walking allein erfunden, es entstand in etwa sechzig Jahren in Stücken, in verschiedenen Händen und in verschiedenen Ländern. Hier ist die ganze Geschichte, von Skiläufern, die im Sommer nicht einrosten wollten, bis zu Weltcup-Rennen.
Die dreißiger Jahre: Skiläufer ohne Schnee
Der Anfang ist schlicht. Laut der internationalen Nordic-Walking-Organisation INWA nutzten finnische Langläufer die Stöcke schon in den dreißiger Jahren außerhalb der Saison. Der Schnee schmolz, aber die Fitness musste gehalten werden, also gingen sie und stiegen Hügel hinauf mit denselben Stöcken, die sie aus dem Winter kannten. Es war kein neuer Sport. Es war ein Trick, den Sommer zu überstehen.
1966: eine Sportlehrerin, die wollte, dass es jeder kann
Die Wende kam 1966. Leena Jääskeläinen, eine Sportlehrerin aus Espoo in Finnland, hatte eine Idee, die damals fast lächerlich klang: Gehen mit Skistöcken als Fitness für alle, nicht nur für Sportler. Die Stöcke sollten den ganzen Körper einbeziehen, nicht nur die Beine, und zwar bei Menschen, die noch nie vom Skilaufen gehört hatten. Ihr Name wird heute selten genannt, aber sie machte aus einem Sommertrick eine Bewegung für ganz normale Menschen. Eine öffentliche Vorführung bereitete sie erst 1987 vor, bei der Veranstaltung Finlandia Walk in Tampere, von der Idee bis zur ersten öffentlichen Vorführung dauerte es also einundzwanzig Jahre.
1979: Trainer Repo schreibt es ins Handbuch
Etwa zur gleichen Zeit beschäftigte sich auch Trainer Mauri Repo, der frühere Cheftrainer des Skilanglaufs im finnischen Verband, mit dem Thema. 1979 beschrieb er das Gehen mit Stöcken als Teil seines Trainingssystems im Skript *Hiihdon lajiosa*, also „Teile des Skilaufs“. Für Skiläufer war es ein Teil des Sommertrainings. Das Bild unten ist die Originalseite aus seinen Materialien, mit der Beschreibung der Übung.
Aus dem Lehrmaterial von Trainer Mauri Repo, 1979.
Es ist eine der ältesten erhaltenen Beschreibungen des Gehens mit Stöcken als Teil des Trainings. Du musst nicht Finnisch verstehen, um zu sehen, worum es geht: eine Skizze eines Hügels, nummerierte Abschnitte und Hinweise, wie man geht und sich erholt. Die Grundlage ist da: eine Bewegung, die die Arme einbezieht und deshalb mehr trainiert, als das Gehen allein könnte.
1988: die ersten Stöcke für gewöhnliche Spaziergänger
Neun Jahre später, 1988, stellte die amerikanische Firma Exerstrider laut Wikipedia die ersten Stöcke her, die direkt für Fitness-Geher entworfen waren. Damit wurde aus einer Improvisation ein Produkt: Es waren nicht mehr nur Skistöcke, sondern Stöcke, die direkt fürs Gehen gedacht waren. Dass das in den USA geschah und nicht in Finnland, zeigt, dass die Idee reiste und nur das richtige Werkzeug brauchte.
1995–1998: Wissenschaft und ein Name
1995 erschien die erste wissenschaftliche Studie über das Gehen mit Stöcken, in der Zeitschrift *Medicine and Science in Sports and Exercise*, und sie stammte vom Kenneth-Cooper-Institut in Dallas. Das war der Moment, in dem aus einer „interessanten Idee“ etwas wurde, das sich messen lässt. Ein Jahr später tat sich der finnische Verband Suomen Latu mit dem Sportinstitut Vierumäki und dem Stockhersteller Exel zusammen, um die Aktivität zu ordnen.
1997 tauchte auch der Name auf. Laut INWA erdachten ihn Aki Karihtala und das Exel-Team, und Exel brachte zugleich die ersten Verbundstöcke Nordic Walker heraus. Wikipedia setzt die Verbreitung des Namens zwei Jahre später an, 1999, und beide Aussagen können stimmen: die eine darüber, wann der Name entstand, die andere darüber, wann er sich durchsetzte. 1998 gingen in Finnland 160.000 Menschen regelmäßig mit Stöcken, und eine halbe Million hatte es zumindest versucht. Finnland verlieh dem Nordic Walking sogar die Auszeichnung *Health Promoting Action of the Year*, also Gesundheitstat des Jahres.
2000 und danach: von Finnland in die Welt
2000 gründete Aki Karihtala in Finnland den Internationalen Nordic-Walking-Verband INWA, der sich Bildung und Förderung widmet. 2001 erschien Nordic Walking zum ersten Mal auf der Sportartikelmesse ISPO, und Exel begann, Stöcke weltweit zu vertreiben. Neun Jahre später, 2010, ging man in mehr als vierzig Ländern mit Stöcken, und Exel hatte sechs Millionen Paare verkauft. Im selben Jahr fand der erste Welt-Nordic-Walking-Tag statt, am 10. 10. 2010.
Das nächste Kapitel ist organisiert: Zwischen 2016 und 2019 bildete INWA in China über hundert Trainer aus und führte Weltcup-Rennen ein. 2019 entstand in Tallinn die erste offizielle Wettkampfstrecke. Und 2024 traten in Lahti in Finnland über dreihundert Athleten bei einem Weltcup-Rennen an. Dass aus einem Sommertrick der Langläufer eine Wettkampfdisziplin wurde, hätten die Skiläufer der dreißiger Jahre wohl kaum erwartet.
Wer hat es also erfunden?
Die Quellen unterscheiden sich in Details, und deshalb lautet die ehrliche Antwort: niemand allein. Skiläufer kamen mit den Stöcken, Jääskeläinen mit der Idee für alle, Repo mit der Beschreibung im Handbuch, Exerstrider mit den ersten Stöcken, Exel mit dem Namen und dem weltweiten Verkauf und INWA mit der Bildung. Jeder fügte ein Stück hinzu. Wer einen Namen sucht, findet fünf, und keiner ist falsch.
Was das für dich bedeutet
Nordic Walking ist ein junger Sport mit Wurzeln, die sich weniger als ein Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Die Stöcke, die du hältst, sind das Ergebnis von sechzig Jahren Ausprobieren: Sie sind leichter als Skistöcke, haben eine Schlaufe, austauschbare Spitzen und eine Länge, die du nach deiner Größe wählst. Dass du heute mit Stöcken einen Waldweg entlanggehst, hat seine Grundlage im Sommertraining der Skiläufer aus den dreißiger Jahren und in der Idee einer Sportlehrerin, dass es jeder können sollte.
Wenn dich jemand auf der Straße fragt „Wo sind deine Skier“, hat er eigentlich mehr getroffen, als er ahnt.
Weißt du etwas über die Geschichte des Nordic Walking bei dir vor Ort, über die ersten Gruppen oder die ersten Stöcke? Schreib uns im Forum. Solche Geschichten liest du nirgendwo sonst. Und wenn dich Wettkämpfe interessieren, schau in den Veranstaltungskalender.
Nordic Walking Hub entsteht in gemeinsamer Arbeit: aus den Beobachtungen und Eindrücken von Menschen und dem Beitrag der riesigen Wissensdatenbank künstlicher Intelligenz. Wir sagen das offen und sind stolz darauf. Daran ist nichts geheim und nichts missverstanden, und wir glauben, dass man Texten mehr vertrauen kann, wenn man weiß, wie sie entstehen.
So funktioniert es
Menschen bringen die Erfahrung von Wegen, Wäldern und vielen Jahren Gehen mit Stöcken ein. Sie wissen, wie sich kalter Wind an der Hand im Handschuh anfühlt, was eine Spitze auf Eis macht und warum man nach drei Stunden lieber umkehrt.
Künstliche Intelligenz fügt eine Breite an Wissen hinzu, die kein einzelner Mensch hat. Sie hilft beim Suchen von Quellen, beim Zusammenfassen von Studien und beim Schreiben von Texten. Auch beim Übersetzen ins Englische und Deutsche leistet sie viel Arbeit, sodass das Portal drei Sprachen spricht und niemand auf einen Übersetzer warten muss.
Jede Aussage beruht auf einer Quelle, die unter dem Artikel verlinkt ist. Die Zahlen stammen aus den Zusammenfassungen der Studien. Quellen interessieren kaum jemanden, deshalb findest du sie unter dem Artikel in einer Zeile versteckt, aber sie sind da.
Wo die KI hilft und wo Menschen entscheiden
Die KI sucht, liest, fasst zusammen und schlägt vor. Menschen entscheiden, was auf das Portal gehört, welchen Ton es haben soll und was veröffentlicht wird. Keine Regel des Portals, keine Absicht, kein Kontakt zu Menschen wird von einer Maschine erfunden. Das ist unsere Sache.
Was die KI nicht tut
Sie erfindet keine Erfahrungen. Geschichten von unterwegs, Meinungen von Mitgliedern und Antworten im Forum sind menschlich und werden nie von einer Maschine geschrieben. Sie gibt nicht vor, ein Mitglied zu sein, und niemand hier hat erfundene Konten oder erfundene Diskussionen. Wo wir erst am Anfang stehen, sagen wir das, und wir wollen nicht so tun, als gäbe es mehr Menschen, als es gibt.
Warum wir es sagen
Weil uns Ehrlichkeit wichtig ist. Nordic Walking ist ein Sport für Menschen, die Dinge gern ordentlich betrachten, und so finden wir es richtig, dass man auch über das Portal weiß, wie es entsteht. Eines ist sicher: KI macht Fehler, deshalb ist es wichtig, dass hier nicht nur Maschinen sind.
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